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Das traditionelle Volksfest - die fünfte Jahreszeit in Eging a.See

Wenn es in der letzten Juliwoche auf dem Festplatz wieder heißt "O'zapt is", dann weiß nicht nur die einheimische Bevölkerung, dass dies der Startschuß für die fünfte Jahreszeit in ihrer Marktgemeinde ist, sondern auch Gäste aus nah und fern besuchen scharenweise das traditionelle Eginger Volksfest, um teilzuhaben an diesem einzigartigen volkstümlichen Beisammensein, wo Frohsinn und Geselligkeit den Ton angeben.



Festprogramm anläßlich 25jähriges Jubiläum Volksfest Eging
Programm Bayerischer Heimatabend zum 25jährigen Jubiläum
(Repro aus Festschrift 25 Jahre Volksfest Eging)



Der Eginger Volksfestumzug einst (Foto: Privatarchiv Josef Blaschko)

Das Eginger Volksfest blickt auf eine langjährige Tradition zurück. Seine Anfänge liegen in den 50er Jahren, in einer Zeit, wo solche Feste noch eher eine Seltenheit waren. Aus der Festschrift anläßlich des 25jährigen Jubiläums im Jahre 1975 ist zu entnehmen, dass sich die Gemeinde aufgrund verschiedener Anregungen 1950 entschloß, die Trägerschaft für diese Einrichtung zu übernehmen. Karl Schosser, der damalige Bürgermeister und sein aufgeschlossener Gemeinderat wagten diesen Schritt und richteten zusammen mit Gemeindesekretär Sepp Birkmann, welcher die Organisationsarbeiten übernahm, das erste Eginger Volksfest aus. Der Zustrom von Festbesuchern aus nah und fern bewies, daß dies ein guter Start war und so konnte 1953 in diesem Rahmen auch die Markterhebung begangen werden. Unerwartet widrige Umstände brachten jedoch im Folgejahr die Gefahr mit sich, daß das Volksfest eingestellt werden würde, weil sich die Marktgemeinde aufgrund des finanziellen wie auch arbeitsmäßigen Aufwands nicht mehr in der Lage sah, dieses Fest weiterhin durchzuführen. Um es für den Markt zu retten, schlossen sich damals mehrere Eginger Bürger und Geschäftsleute zu einem eigenen Veranstalterkreis zusammen und organisierten das Fest in Eigenregie. "Aus dem Volksfest Eging - dem Kindlein von 1950 - ist ein strammer Kerl geworden, der seine Lebensfähigkeit in jeder Hinsicht bestätigt hat. Ja es hat sich gezeigt, dass das Eginger Volksfest für nah und fern ein nicht mehr aus dem Jahresablauf wegzudenkender Faktor für Frohsinn und gesellige Unterhaltung geworden ist", heißt es in der Festschrift von 1975 weiter.



Der Eginger Volksfestumzug 2002 (Foto: Klesse)



Ausgelassene Stimmung im Weißbierzelt (Foto: Klesse)

Seit Anfang der 80er Jahre obliegt die Festleitung wieder in den Händen der Marktgemeinde. An die 1000 Teilnehmer sind es jedes Jahr, die zu Fuß oder auf festlich geschmückten Prunkwägen durch den Markt zum Festplatz ziehen. Neben den örtlichen Vereinen und Organisationen ist es auch die Eginger Geschäftswelt, die sich hier ideenreich präsentiert sowie die zahlreichen Spielmannszüge aus verschiedenen Nachbargemeinden wie auch aus der weiteren Umgebung, die den Festzug musikalisch begleiten. Seinen Ausklang findet der Umzug auf dem Festplatz, wo täglich wechselnde Festkapellen die Stimmung im Bierzelt auf den Siedepunkt bringen.

Seit nunmehr über 50 Jahre bürgt diese Traditionsveranstaltung für Popularität und Attraktivität nicht zuletzt durch die gelungene Auswahl an Musikkapellen. Bereits im ersten Vierteljahrhundert seit dessen Bestehen gastierten hier schon die Big-Band der US-Army, wie auch die Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer; Josef Augustin mit seinen Donauschwaben sowie Hermann Hofmanns Ochsenfurter Blas- und Showorchester. Nicht zu vergessen sind dabei bekannte Alleinunterhalter wie Hans Schönauer, Herbert Hiesel, der Roider Jackl, Franzl Lang wie auch der einheimische Gstanzlkönig Loisl Obermaier, die alle sehr die Lachmuskeln des Publikums beanspruchten.

www.eging.de